Domaine de la Vougeraie

Burgund aus Überzeugung

In den Achtzigerjahren ist wohl jeder Schweizer Weinhändler regelmässig ins Burgund gereist und hat die besten Lageweine aus der Côte-de-Nuits, Côte-de-Beaune und der Côte Chalonnaise eingekauft. Der Stolz des Händlers war damals, alle Beaujolais-Crus im Sortiment zu haben! Die Weine waren sehr beliebt und die Weinauswahl generell war noch sehr bescheiden im Vergleich zu heute.

Es folgten die Neunzigerjahre mit unendlichen Angeboten aus der neuen Welt. Üppige, alkoholreiche und masslos überholzte Fruchtbomben waren im Trend. Die Angebote auf dem Schweizer Weinmarkt wurden grösser und vielfältiger, die alten klassischen Weine verloren massiv an Beachtung. Der Trend konnte sich bis nach der Jahrtausendwende halten. Die Nachfrage nach europäischen- und auch Schweizerweinen nimmt seit Anfang des Jahrhunderts massiv zu und auch die Bio-Weine finden zunehmende Beachtung. Es ist eine klare Übersättigung von üppigen Übersee-Weinen festzustellen.

2005 bin ich nach einer „Durststrecke“ von 20 Jahren wieder ins Burgund gereist und habe meine alten Verbindungen wieder aktiviert. Dabei bin ich in Beaune auf eine für französische Verhältnisse moderne, pulsierende Stadt gestossen. Mein Entschluss war gefasst. Ich suchte nach einer neuen Generation Burgunderweine und wurde bei der Domaine de la Vougeraie fündig. 2005 war dann der erste Jahrgang den ich in zaghaften Mengen wieder einkaufte. Dass diese Domaine nun nach über 10 Jahren zu den 25 besten im Burgund gezählt wird, freut mich natürlich sehr. Für die Einkäufe erhalte ich Zuteilungen, da die Weine immer ausverkauft sind.
Der Leitsatz „Burgunder sollte schulreif sein wenn man ihn trinkt“ also fünf bis sechs Jahre alt, habe ich immer respektiert. So kommt es, dass ich seit 2005 jedes Jahr eine ordentliche Menge eingekauft und bei mir eingelagert habe. Jeweils der älteste Jahrgang ist im Verkauf. Dieses Jahr haben wir den 2012 ausverkauft und mit dem 2013/14 er begonnen. 2015-2018 liegen im Lagerhaus bei optimalen Verhältnissen im Keller.